# Tourenplanung: Wie der Rechner die Touren für drei Monteure plant

> Ein Heizungsbauer in Köln, 24 Einsätze, drei Monteure und das echte Straßennetz: So wird aus dem Plan von Hand ein Tourenvorschlag, der Termine hält.

## 7 Uhr, die Touren warten

In vielen Handwerksbetrieben entstehen die Touren morgens von Hand. Die Aufträge liegen auf dem Tisch oder im Kalender, die Monteure stehen schon in der Halle. Wer plant, teilt die Stadt grob auf: einer fährt in den Westen, einer in den Norden, einer über den Rhein. Erst die Termine mit Zeitfenster am Vormittag, danach immer zum nächstgelegenen Kunden.

Das ist vernünftig, und meistens geht es irgendwie gut. Aber der Plan von Hand kostet an zwei Stellen: Die Leute sitzen länger im Auto als nötig, und wenn eine Gegend voller ist als gedacht, kommt einer zu spät zum Kunden oder abends viel zu spät nach Hause. Ein Notfall am Vormittag wirft dann alles über den Haufen.

Genau dieses Problem habe ich in meiner Demo-Anwendung nachgebaut. Sie zeigt Schritt für Schritt, wie aus einer Liste von Aufträgen Touren werden, die zu den Zeitfenstern passen, und was passiert, wenn mitten am Tag ein Notfall dazukommt.

## Das Beispiel: ein Heizungsbauer in Köln

Der Betrieb in der Demo sitzt in Köln-Ehrenfeld. An diesem Tag stehen **24 Einsätze** an, verteilt über die ganze Stadt, und **drei Monteure** fahren raus. Der Arbeitstag geht von 7:30 bis 16:30 Uhr, was später wird, sind Überstunden.

Die Einsätze sind typisch für einen Kundendienst: Wartung einer Gastherme (eine Stunde), Thermostat tauschen oder Abgasmessung (je eine halbe Stunde), Aufmaß für ein Bad, Wärmepumpe einstellen (anderthalb Stunden) und die dringenden Fälle „Heizung fällt aus“ und „Warmwasser kalt“, bei denen der Monteur bis 12 Uhr da sein muss. Manche Kunden wollen den Termin vormittags, manche erst ab 13 Uhr.

Die **Karte ist echt**: das Kölner Straßennetz aus OpenStreetMap, von der Autobahn bis zur Kreisstraße, mit dem Rhein und seinen Brücken. Gefahren wird über diese Straßen, mit einer Geschwindigkeit je Straßenart und vier Minuten fürs Parken. Die **Aufträge sind erfunden**, aber so verteilt, wie sie in einem Kundendienst vorkommen. Mit Ihren Adressen funktioniert es genauso.

## Schritt 1: So plant man von Hand

![Demo-Anwendung, Karte von Köln mit den Touren von Hand für drei Monteure, daneben die Kennzahlen: 163 km, 7,2 Stunden im Auto, 3 Termine verpasst, 4,2 Stunden Überstunden](https://fk-onlineservices.de/media/images/fkm-14-7ad2f7d41d-2264.webp)

Der Ausgangspunkt ist ein Plan, wie er von Hand entsteht: die Stadt nach Himmelsrichtung vom Betrieb aus in drei Gegenden geteilt, je Gegend ein Monteur, Vormittagstermine zuerst, dann jeweils der nächste Kunde.

Das Ergebnis: **163 km, 7,2 Stunden im Auto**, alle drei Monteure zusammen. Zwei Monteure kommen ungefähr pünktlich zurück. Der dritte hat die volle Gegend östlich des Rheins erwischt: Er ist erst um **20:01 Uhr** wieder im Betrieb, kommt bei **drei Kunden zu spät** (in Kalk 50 Minuten, in Deutz 86 Minuten, in Brück fast zweieinhalb Stunden) und macht allein über drei Stunden Überstunden. Insgesamt sind es **4,2 Stunden Überstunden**.

Der Plan ist nicht dumm. Er ist nur blind dafür, dass die Gegenden unterschiedlich voll sind und dass ein Termin mit Zeitfenster einen ganzen Nachmittag verschieben kann.

## Schritt 2: Der Rechner probiert Varianten

![Demo-Anwendung während der Suche: Die Touren auf der Karte ordnen sich neu, die Kurve der gefahrenen Kilometer fällt](https://fk-onlineservices.de/media/images/fkm-15-413d56e432-2264.webp)

Jetzt übernimmt ein Suchverfahren. Es macht mit dem Plan kleine Änderungen, wie man sie auch von Hand probieren würde: einen Auftrag zu einem anderen Monteur **verschieben**, zwei Aufträge **tauschen**, ein Stück einer Tour **umdrehen**. Jede Änderung wird bewertet: Fahrzeit, dazu eine hohe Strafe für jede Minute Verspätung beim Kunden und eine kleinere für Überstunden. Was besser ist, bleibt. Am Anfang darf auch mal eine schlechtere Variante bleiben, damit die Suche nicht in der erstbesten Lösung hängen bleibt. Das Verfahren heißt Simulated Annealing.

In der Demo probiert es **70.000 Varianten** in wenigen Sekunden, direkt im Browser. Die Kurve unten rechts zeigt die Kilometer während der Suche: Der größte Teil der Verbesserung kommt schon nach den ersten paar tausend Varianten.

## Schritt 3: Gleiche Aufträge, bessere Touren

![Demo-Anwendung nach 70.000 Varianten: 140 km statt 163, 6,5 Stunden im Auto, 0 Termine verpasst, 0,5 Stunden Überstunden, Ersparnis 10.032 € im Jahr bei Tagen wie diesem](https://fk-onlineservices.de/media/images/fkm-16-4010374317-2264.webp)

Mit denselben 24 Aufträgen und denselben drei Monteuren:

| | Von Hand | Vorschlag |
|---|---|---|
| Gefahrene Strecke | 163 km | **140 km** (−14 %) |
| Zeit im Auto | 7,2 h | **6,5 h** |
| Termine verpasst | 3 | **0** |
| Überstunden | 4,2 h | **0,5 h** |
| Letzter Monteur zurück | 20:01 Uhr | **16:51 Uhr** |

Die 14 % weniger Kilometer sind nett. Der eigentliche Gewinn steht in den unteren Zeilen: **Kein Kunde wartet, und keiner fährt bis acht Uhr abends.** Die Arbeit ist gleichmäßiger verteilt: Statt einer überlasteten Gegend nimmt ein Monteur Porz und Vingst auf dem Weg mit, ein anderer übernimmt Deutz und Brück.

## Schritt 4: Der Tag der Monteure

![Demo-Anwendung, Zeitleiste je Monteur mit Fahrt, Warten und Einsatz von 7:30 bis Feierabend, darunter die Liste der Einsätze mit Uhrzeit und Stadtteil](https://fk-onlineservices.de/media/images/fkm-17-5d2a4c477b-2264.webp)

Für jeden Monteur zeigt die Demo den Tag als Zeitleiste: Fahrt, Warten auf ein Zeitfenster, Einsatz. Darunter steht die Liste, die er mitnimmt, mit Uhrzeit, Stadtteil und Auftrag. Wer will, kann den Tag abspielen und sieht die Fahrzeuge über die echten Straßen fahren.

![Demo-Anwendung beim Abspielen des Tages: Um 9:40 Uhr sind die drei Fahrzeuge auf der Kölner Karte unterwegs, erledigte Einsätze sind markiert](https://fk-onlineservices.de/media/images/fkm-18-25938288a7-1340.webp)

## Und dann kommt ein Notfall

![Demo-Anwendung nach einem Notfall in Porz: Die Touren sind neu geplant, kein Termin verpasst, 1,6 Stunden Überstunden](https://fk-onlineservices.de/media/images/fkm-19-e37d30ce89-2264.webp)

Mitten in die Planung kommt ein Anruf: **Heizung fällt aus in Porz**, der Monteur soll bis 12 Uhr da sein. Spontan würde man den Auftrag dem Monteur mit den wenigsten Terminen hinten anhängen. In der Demo käme er dann **5 Stunden und 21 Minuten zu spät**.

Die Planung rechnet stattdessen neu. Ergebnis: Ein Monteur ist um **10:25 Uhr in Porz**, übernimmt dafür neun statt acht Einsätze, und **kein Termin wird verpasst**. Ehrlich dazu: Ganz ohne Preis geht das nicht. Die Überstunden steigen auf 1,6 Stunden, denn ein Einsatz mehr ist ein Einsatz mehr. Aber man sieht sofort, was der Notfall kostet und wer ihn am besten übernimmt.

## Was das im Jahr ausmacht

An diesem einen Tag spart der Vorschlag **23 km und 41 Minuten im Auto**. Die Demo rechnet das mit offenen Annahmen hoch: 0,35 € je Kilometer, 55 € je Stunde Fahrzeit, 220 Arbeitstage. Bei Tagen wie diesem sind das **rund 10.000 € im Jahr**.

Darin stecken nur Kilometer und Fahrzeit. Die vermiedenen Überstunden (von 4,2 auf 0,5 Stunden) und die drei Kunden, die nicht warten mussten, sind nicht eingerechnet. Und mit zwei statt drei Monteuren wäre der Tag übrigens auch mit dem besten Plan nicht zu schaffen; auch das zeigt die Demo, wenn man den Regler verschiebt.

## Und die Planungszeit? Eine Beispielrechnung

Wie lange die Tourenplanung von Hand dauert, misst die Demo nicht, und das ist in jedem Betrieb anders. Deshalb hier eine Beispielrechnung mit offenen Annahmen, die Sie durch Ihre eigenen Werte ersetzen können:

| | Von Hand | Mit Vorschlag |
|---|---|---|
| Aufträge aufteilen und Reihenfolge festlegen | 30 Minuten | 10 Minuten: Vorschlag prüfen, Sonderwünsche verschieben |
| Notfälle und Absagen einplanen, Monteure anrufen | 15 Minuten | 5 Minuten: neu rechnen lassen, Bescheid geben |
| **je Arbeitstag** | **45 Minuten** | **15 Minuten** |

Unter diesen Annahmen bleibt je Tag eine halbe Stunde übrig, über 220 Arbeitstage also **rund 110 Stunden im Jahr**. Das ist kein Messwert, sondern eine Rechnung.

## Was die Planung bewusst nicht macht

- **Nicht über Ihren Kopf hinweg.** Sie macht einen Vorschlag. Wenn ein Kunde nur einen bestimmten Monteur möchte, verschieben Sie das, und der Rest rechnet sich neu.
- **Keine Überwachung.** Die Demo plant mit Adressen, Zeitfenstern und Dauern, nicht mit dem Standort oder der Leistung einzelner Mitarbeiter.
- **Kein fremder Routendienst.** Karte und Straßennetz kommen aus OpenStreetMap. In der Demo rechnet alles im Browser, in einer echten Anwendung auf dem Server Ihrer Anwendung in Deutschland.

## Nicht nur fürs Handwerk

Das Muster passt überall, wo Leute mehrere Einsätze am Tag anfahren: Pflegedienst, Lieferservice, Außendienst, Wartung und Reinigung. Ab etwa drei Fahrzeugen und einem Dutzend Einsätzen am Tag wird das Planen von Hand unübersichtlich.

Was es braucht, haben Sie meist schon: die Adressen der Aufträge, eine geschätzte Dauer je Auftragsart und die Zeitfenster, die Sie den Kunden zusagen. Mehr dazu steht auf der Seite [Tourenplanung](/de/loesungen/tourenplanung/). Das Beispiel aus diesem Beitrag können Sie in der [Demo-Anwendung](/de/demo-zugang/) selbst ausprobieren, auch mit eigenem Notfall per Klick in die Karte.

## Wo fahren Ihre Leute zu viel?

Beschreiben Sie in drei Sätzen, wie viele Leute wie viele Einsätze fahren und wie Sie das heute verteilen. Sie bekommen eine **kostenlose Ersteinschätzung**, ob sich eine Tourenplanung für Sie lohnt.

**[Problem kurz schildern →](/de/kontakt/?topic=check&campaign=beitrag-tourenplanung)**
